Fotos fürs Web richtig aufbereiten
Ein Foto vom Handy ist für deine Website viel zu groß. Es macht die Seite langsam, vor allem unterwegs am Handy, und verrät oft mehr über dich, als dir lieb ist. Hier erkläre ich dir, worauf es ankommt und mit welchen Werkzeugen du deine Fotos in ein paar Minuten richtig aufbereitest.
Richtwerte für deine Website
Großes Bild (volle Breite)2000 Pixel an der langen Seite, unter 400 KB
Bild im Text1200 Pixel an der langen Seite, unter 200 KB
FormatJPG oder WebP, Qualität etwa 80 %
Logos und GrafikenPNG oder SVG
01 — Pixel und Dateigröße sind zwei verschiedene Dinge
Pixel sind die winzigen Bildpunkte, aus denen ein Foto besteht. Sie bestimmen die Abmessungen, also wie breit und wie hoch ein Bild ist. Ein typisches Handyfoto hat etwa 4000 × 3000 Pixel, das sind zwölf Millionen Bildpunkte. Ein Bildschirm zeigt davon selbst bei einem großen Bild auf deiner Website nur rund 2000 Pixel in der Breite. Der Rest wird mitgeladen und nie gesehen.
Die Dateigröße gibt an, wie viel Speicher das Foto braucht, gemessen in Kilobyte (KB) oder Megabyte (MB). Sie hängt von der Pixelanzahl ab, aber auch davon, wie gut die Datei gepackt ist. Dieses Packen heißt Komprimieren.
Ein Vergleich: Die Pixel sind die Anzahl der Puzzleteile, die Dateigröße ist das Gewicht der Schachtel. Du kannst weniger Teile nehmen, also das Bild verkleinern, und die Schachtel besser packen, also komprimieren. Wirklich leicht wird das Bild erst, wenn du beides machst. So wird aus einem Handyfoto mit 4 MB ein Bild mit rund 200 KB, das auf der Website genauso scharf aussieht und zwanzigmal schneller lädt.
02 — Warum das wichtig ist
Ein Großteil deiner Besucher kommt über das Handy, oft mit schwachem Empfang. Jedes zu große Foto lässt sie warten, und wer warten muss, geht wieder. Auch Google misst die Ladezeit und reiht langsame Seiten weiter hinten.
WordPress verkleinert sehr große Fotos zwar selbst. Das hochgeladene Original bleibt aber trotzdem am Server liegen, mit allen Informationen, die darin stecken. Deshalb bereitest du Fotos vor dem Hochladen auf.
03 — Datenschutz: Was in deinen Fotos steckt
Jedes Handyfoto speichert unsichtbare Zusatzinformationen, die sogenannten Metadaten. Dazu gehören Aufnahmedatum, Gerät und oft auch der genaue Ort, an dem das Foto entstanden ist. Ein Bild aus deinem Garten kann so deine Wohnadresse verraten. Diese Daten haben auf einer Website nichts verloren und sollten beim Aufbereiten entfernt werden.
Vorsicht auch bei kostenlosen Online-Diensten zum Verkleinern: Dort lädst du deine Fotos auf fremde Server hoch, oft außerhalb der EU, und weißt nicht, was damit passiert. Beide Werkzeuge, die ich dir unten empfehle, arbeiten direkt auf deinem Computer. Deine Fotos verlassen ihn nicht.
Und wenn Menschen auf dem Foto erkennbar sind, etwa dein Team oder Gäste: Frag vorher, ob sie damit einverstanden sind, dass das Bild online erscheint.
04 — Am Mac: schnell über das Kontextmenü
Für einzelne Fotos brauchst du am Mac kein eigenes Programm. Die Funktion ist im Finder schon eingebaut:
- Foto im Finder mit der rechten Maustaste anklicken.
- „Schnellaktionen“ wählen, dann „Bild konvertieren“.
- Als Format JPEG wählen und bei der Größe „Groß“ oder „Mittel“.
- Das Häkchen bei „Metadaten beibehalten“ entfernen.
- Auf „In JPEG konvertieren“ klicken. Die neue Datei liegt gleich neben dem Original.
Das ist praktisch, hat aber Grenzen: Du kannst keine genaue Pixelzahl einstellen, die Qualität nicht selbst wählen und nicht ins sparsame WebP-Format umwandeln. Für mehrere Fotos oder für genauere Ergebnisse nimm deshalb das Programm aus dem nächsten Abschnitt.
05 — Für Mac und Windows: Caesium
Meine Empfehlung ist Caesium Image Compressor. Das Programm ist kostenlos, Open Source und läuft auf Mac und Windows. Es verkleinert die Pixel und die Dateigröße in einem Schritt, auch für viele Fotos auf einmal, und arbeitet komplett auf deinem Computer. Open Source heißt: Der Programmcode ist öffentlich, jeder kann nachprüfen, dass nichts im Hintergrund passiert.
- Caesium von der offiziellen Website herunterladen und installieren.
- Deine Fotos einfach ins Fenster ziehen.
- Bei der Größe die lange Seite auf 2000 Pixel stellen, für Bilder im Text auf 1200.
- Die Qualität auf etwa 80 setzen und als Format JPG oder WebP wählen.
- Darauf achten, dass die Metadaten nicht übernommen werden.
- Einen eigenen Ordner für die fertigen Bilder wählen, damit deine Originale unverändert bleiben, und auf Komprimieren klicken.
Caesium zeigt dir danach für jedes Foto, wie viel kleiner es geworden ist. Mehr als 90 Prozent sind bei Handyfotos keine Seltenheit, ohne dass du am Bildschirm einen Unterschied siehst.
Keine Zeit dafür? Schick mir deine Fotos, ich bereite sie auf und stelle sie gleich auf die Website.
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